Beide Gefängnisse in Winterthurs stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Neben dem Untersuchungsgefängnis hat vor allem die sogenannte Villa Rosa, die Anstalt für Halbgefangenschaft, ein Platzproblem. Statt im Knast landen Verurteilte auf einer Warteliste. Das stösst auf Unverständnis. Diese Situation stösst manchen sauer auf. «Es kann und darf nicht sein, dass man als Verurteilter auf einer Warteliste landet», sagt der Winterthurer SVP-Kantonsrat René Isler. «Das Amt für Justizvollzug schätzt die Situation allerdings etwas anders ein. «Wir haben alles unter Kontrolle», sagt dessen Sprecherin, Rebecca de Silva. Die Belegungszahlen stellten kein Problem dar. Ihrer Ansicht nach deutet die Überbelegung in der Villa Rosa auch nicht auf eine Fehlplanung hin. «Zwar lassen sich die Hafteintritte gut planen, nicht jedoch das Ende des Vollzugs.» Denn ab und zu würden während des Vollzugs der eigentlichen Haftstrafe noch Ersatzfreiheitsstrafen hinzukommen, die dann der Halbgefangenschaft angehängt werden. Dies könne die Planung beeinflussen, und es kann zu Überschneidungen kommen», rechtfertigt die Sprecherin des Amtes für Justizvollzug die Überbelegung in der Villa Rosa.

Seite_3_Der_Landbote_2016-06-13